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Frauen holen als Unternehmensgründerinnen gewaltig auf.

By am Feb 1, 2011 in Allgemein | 0 comments

Frauen holen als Unternehmensgründerinnen gewaltig auf: Fast jede zweite neue Firma wird von einer Frau aus der Taufe gehoben. Statt als risikoscheu gelten sie inzwischen als risikobewusst.

Es ist 3 Uhr nachts. Silke Woweries sitzt vor dem riesigen Bildschirm ihres Apple iMacs und bearbeitet Fotos. Seit sechs Stunden sitzt sie bereits dort, und so langsam wird die freiberuflich arbeitende Fotografin müde. „Aber grundsätzlich arbeite ich sehr gerne nachts.“ Die Selbstständige mag es, sich ihre Zeit selbst einzuteilen. Dies ist einer der Gründe, warum viele Frauen sich dafür entscheiden, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen.

410 000 Gründungen zählte das Bonner Institut für Mittelstandsforschung im Jahr 2009. Auch wenn es immer noch mehr männliche als weibliche Gründer gibt, nähern sich die Zahlen seit einigen Jahren stetig an. Im Jahr 2008 waren bereits 41 Prozent von ihnen Frauen, wie aus Erhebungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervorgeht.

„Dabei gehen Männer und Frauen die Sache schon anders an“, sagt Jutta Dehoff-Zuch, Vorstandsmitglied des Deutschen Gründerinnen Forums in Darmstadt. Frauen gründeten meist kleinere Unternehmen und stellten zögerlicher Mitarbeiter ein. Denn ihnen sei es wichtig, auch als Chefin weiterhin im Job aktiv zu sein und nicht nur Manager-Tätigkeiten auszuüben.

Frauen sind vor allem in Branchen aktiv, in denen traditionell nur wenige Männer tätig sind. „Aber eigentlich gibt es alles, von der Podologin bis hin zur Managementberatung“, sagt Dehoff-Zuch. Neu sei auch ein gewisser Trend zum sozialen Unternehmertum, in dem Frauen Geschäftsideen mit sozialem Engagement verbinden.

Unzufriedenheit im Job scheint für Frauen der wichtigste Grund zu sein, ein eigenes Unternehmen zu gründen, zeigt eine Studie der privaten European Business School (EBS). Unterschiedliche Motivationen gibt es in Ost- und Westdeutschland: Während im Westen vor allem Selbstbestimmung und Kontrolle über die eigene Zeit den Antrieb bilden, scheint es in Ostdeutschland mehr ums Geld zu gehen. Drei Viertel der ostdeutschen Frauen hoffen, durch die Gründung ihr Einkommen zu verbessern.

„Dabei sind gerade die ersten Jahre nicht einfach“, erzählt die Fotografin Woweries, die vor einem halben Jahr gestartet ist. Es brauche Zeit, einen Kundenstamm aufzubauen. Viele Neuanschaffungen wie technisches Equipment müssten bezahlt werden. Dabei beträgt nach Zahlen der KfW das durchschnittliche Finanzierungsvolumen der Gründerinnen in Deutschland gerade mal 4000 EUR. Sie beginnen mit weniger Geld als die Männer.

Dies hat damit zu tun, dass viele Jobs in den Dienstleistungsbranchen, in denen Frauen verstärkt arbeiten, relativ wenig Startkapital verlangen. Doch verfügen sie im Schnitt auch über weniger Eigenkapital und Sicherheiten. So sind viele der Gründer weiblich, die für ihren Firmenaufbau sogar ganz ohne Kredit auskommen, schreibt Barbara Eder in ihrem neuen Ratgeber „Existenzgründung für Frauen – Die Entscheidungshilfe für einen erfolgreichen Start“.

Wenn Dehoff-Zuch zurückblickt, stellt sie fest: „Die Frauen werden selbstbewusster.“ Sie setzten sich intensiver und professioneller mit den Märkten auseinander, bevor sie die Selbstständigkeit wagen. Zudem gebe es viel mehr gute Beratungsangebote. „Früher hieß es, Frauen seien oft zu risikoscheu bei der Gründung. Heute heißt es, sie sind risikobewusst.“ Dennoch betont Dehoff-Zuch: „Existenzgründung ist nicht der Königsweg der Emanzipation.“ Manche Frauen denken, dass sie nach der Geburt eines Kindes lieber als Freiberuflerin arbeiten wollen. „Hier gilt es, ganz genau den bisherigen beruflichen Werdegang zu überprüfen.“ Denn auch bei guter Planung blieben Gründungen immer ein Risiko.

Auch Silke Woweries kennt dunkle Stunden, in denen ihr die finanzielle Unsicherheit und die große Eigenverantwortung zu schaffen machen. Allerdings war ihr Start viel besser als erwartet: „Ich merke, was für Fähigkeiten ich habe. Ich kann am Markt bestehen, und das gibt mir großes Selbstvertrauen.“

Quelle: Info Deutsches Gründerinnen Forum www.dgfev.de

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