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Luzern in der Schweiz lockt mit mildem Steuerklima für Unternehmer

By am Jun 24, 2011 in Unternehmenssteuern, Rechtsformen | 0 comments

Letzten Sonntag hat das Neuenburger Stimmvolk einer weiteren Steuersenkung zugestimmt. Neu zahlen Unternehmen noch 5% Gewinnsteuern. Geht?s noch milder? Ja! Im Kanton Luzern wird der Gewinn ab 2012 lediglich noch mit 3% besteuert. Dies ist dann ? zumindest vorläufig ? der schweizweit tiefste Gewinnsteuersatz auf kantonaler Ebene. Kaum ein Rad hat sich in den letzten Jahren dermassen schnell gedreht, wie das Rad der Steuersenkungen für Firmen und Grossverdiener. Die Kantone liefern sich ein regelrechtes „race to the bottom“. Und ein Ende des Wettrennens ist nicht in Sicht.

Doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung mit immer tieferen Steuern? Kann man mit dieser Politik tatsächlich neue Firmen anlocken, mehr Arbeitsplätze schaffen und höhere Steuereinnahmen generieren? Oder ist der Nutzen am Ende gar nicht so gross? Und wird die Rechnung für den Kanton Luzern aufgehen? Seit 2008 wurden im Kanton Luzern 4`986 Firmen (Stand 17. Juni 2011) neu gegründet. Mehr als 45% dieser Neugründungen sind sogenannte Briefkasten- / Domizilfirmen, die kein Personal beschäftigen und nur mit einem Namensschild am Briefkasten präsent sind. Durch die aktive „Anwerbung“ von Firmen ? bestes Beispiel ist hierfür die „Marketingaktion“ des Luzerner Finanzdirektors: Er verschickte im vergangenen Jahr persönlich mehrere Tausend Briefe an Firmen ausserhalb des Kantons und machte darauf aufmerksam, dass sie bei einem Umzug Steuern sparen können. ? lockte der Kanton in letzten fünf Jahren 291 Firmen aus dem Kanton Zug nach Luzern, 131 aus Zürich, 111 aus Nidwalden, 89 aus dem Aargau, 74 aus Schwyz und 70 aus Obwalden.

Der Blick in die Statistik zeigt, dass tiefe Steuern alleine nicht den ersehnten Erfolg versprechen, dass sie aber sehr wohl ein wichtiges Element in der Ansiedlungspolitik sind, gerade in Kantonen wie Luzern, die im Wettbewerb mit Zug, Schwyz, dem Aargau oder Zürich stehen. Kurzum: Durch eine moderate Steuerpolitik lassen sich in Verbindung mit anderen Standortfaktoren sicher einige mittelständische und grössere Firmen anwerben. Hingegen bringt der Wettbewerb mit den absolut tiefsten Unternehmenssteuersätzen nur bedingt Erfolg, da man damit vor allem Holding-, Domizil- und Verwaltungsgesellschaften anlockt, die am Rechtssitz nur mit einem Briefkasten präsent sind. Von diesen Firmen und dieser Politik profitiert vor allem eine Branche; die der Treuhänder und Steuerberater.
Quell: moneyhouse.ch

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